Freitag, 20. Dezember 2013

Adventliche Glückseligkeit

Es geht langsam aber sicher auf Weihnachten zu. Der morgendliche Frost hat uns fest im Griff, und wir genießen die wohlige Wärme in unserem Holzhaus, das jetzt im Winter seine wahre Größe zeigen kann. Am Morgen, wenn die Kälte der Nacht die Natur draußen noch fest im Griff hat, sorgt unser großer Kaminofen für Behaglichkeit. Später, wenn die Wintersonne an Kraft zugelegt hat, dringt ihre Wärme durch die großen Fenster auf der Südseite des Hauses und beschert uns 24 Grad Raumtemperatur, ohne dass irgendwer den Regler der Heizung hätte betätigen müssen.

Als ich meine Tochter heute morgen zur Schule begleitet habe - mit dem Umzug ins neue Haus haben wir das große Glück, in wenigen Minuten zu Fuß dorthin marschieren zu können - hatte die Morgensonne ihre erste Strahlen gerade los geschickt. Es würde ein wunderschöner Wintertag - wenn auch ohne Schnee - werden. Auf dem Rückweg zücke ich mein Handy, ich muss unser Haus einfach fotografieren, ich bin so wahnsinnig stolz darauf.
Nun gut, die Garage, ja, das sieht wirklich nicht schön aus. Sie - die jetzt eigentlich erst ein Carport ist - haben wir derweil mit Folie mehr oder weniger winterfest gemacht. Ein paar Monate wollen wir durchatmen, bis wir dieses nächste große Projekt in Angriff nehmen. "Was hast du, es ist doch eh schon alles ziemlich perfekt", höre ich die Stimme in meinem Ohr, und ich mahne mich zur Geduld. Wer 2013 so viel Gas gegeben hat, darf schauen, dass es ihm 2014 nicht langweilig wird.

Samstag, 30. November 2013

Weiter geht's - die Garagenzufahrt

Knapp zwei Monate wohnen wir nun schon in unserem Haus, alle Lampen sind montiert, alle Schränke eingeräumt und das Leben geht seinen Lauf.  Eigentlich könnten wir jetzt die Ruhe genießen. Wenn da nicht die unfertige Zufahrt zu unserer Garage wäre. Die sehen wir jeden Tag, wenn wir aus der Garage, die ja streng genommen auch noch keine Garage, sondern nur ein Carport ist, raus und wieder rein fahren.

"Ich hätte am Wochenende Zeit", sagt der Freund und Trauzeuge meines Mannes, passenderweise Chef einer kleinen Tiefbaufirma, als wir kurz mal nachfragen, wie es denn momentan um die Pflasterlegekapazitäten bestellt ist. Kaum ist der Satz verhallt, stehen wir auch schon im Baustoffhandel und suchen Pflastersteine aus. Wenige Stunden später sitze ich am Rechner und durchforste das Internet nach Verlegetechniken. Der "römische Verband" hat es mir ganz besonders angetan. Drei Tage später rückt erneut der Bagger auf unserem Grundstück an.

Wir lassen nicht nur die Garagenzufahrt pflastern sondern auch gleich die Fläche vor unserer Haustüre. Außerdem wird die Straße auf der Nordseite des Hauses befestigt und mit Mineralbeton gut befahrbar gemacht. Es ist Ende November, doch noch ist der Boden frostfrei. Das müssen wir ausnützen, und so packen wir die nächsten beiden Wochenenden nocheinmal fleißig mit an. Einen Tag vor dem Geburtstag unserer Tochter ist auch diese kleine Baustelle wieder vollendet.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Mähzeit

Als während der Trocknungszeit unseres Estrichs im Haus tropische Temperaturen herrschten und wir zum innerhäusischen Nichtstun verdonnert waren, hatte die Bauherrin die wahnsinnige Idee, die Zeit zu nutzen und derweil den Garten anzulegen.

Wer meinen Blog verfolgt hat, weiß, dass ich mich mit meiner Idee durchgesetzt habe - das Wetter hat ebenfalls gut mitgespielt die letzten Wochen und so kommt es, dass wir, die wir gerade erst vor drei Tagen ins neue Haus eingezogen sind, nun schon zum ersten Mal Rasenmähen müssen.

Doch halt - natürlich mähen nicht WIR unseren Rasen. Das kommt gar nicht in Frage, sagt mein Vater, der Landschaftsgärtner. Erst ein paar Wochen sind die zarten Halme alt, da muss ein Fachmann ran, diese so zu kürzen, dass sie kein schwerwiegendes Trauma zurück behalten. Also packt mein Pa seinen alten Rasenmäher auf den Anhänger und kutschiert das schwere Gerät zu uns auf die Bauste.... nein, nicht auf die Baustelle! Zu unserem ... Haus! Mein Mann und ich stehen fasziniert auf unserer Terrasse und schauen dem eifrigen Gärtner beim Arbeiten zu. Das Gras ist kräftig grün, immerhin hat es die letzten Tage fast nur geregnet, das hat dem Rasen richtig gut getan. Mein Mann legt den Arm um mich und gibt mir zärtlich einen Kuss. "Weißt du", murmelt er, "ich hab dich ja für verrückt erklärt, als du mitten in einer Baustelle den Garten machen wolltest. Aber das war genau richtig", sagt er. Ich sage gar nichts. Manchmal muss man es einfach genießen, wenn man nachträglich dann doch noch recht kriegt.

Sonntag, 29. September 2013

Die erste Nacht im neuen Haus

Wir haben noch keine Türen und einige Möbelstücke fehlen auch noch. Doch heute ist sie gekommen: Die erste Nacht im neuen Haus.

Es ist kalt geworden die letzten Tage, der  Herbst hat Einzug gehalten ins Land. Zeit, unserem Kaminofen zu seinem ersten richtigen Einsatz zu verhelfen. Wir machen ein Feuerchen, legen uns auf Sitzsäcken vor die Glasscheibe, wo die Flammen langsam zu tanzen beginnen. Es ist gemütlich und warm, und es fühlt sich gut und richtig an. Die Küche samt Kühlschrank steht schon und der Champagner, der dort seit fünf Tagen auf seinen Einsatz wartet, wird jetzt endlich geöffnet. Mein Mann lässt den Korken knallen - und schon ist es passiert: eine champagnerkorkengroße Delle in unserer niegelnagelneuen, gerade montierten, zweimal grundierten und zweimal gestrichenen Zimmerdecke!

"Upsi", sagt mein Mann und schaut ein wenig ratlos, doch als er mein Lächeln sieht gehen auch bei ihm die Zeichen auf Entspannung: "Das spachtel ich morgen gleich wieder zu", bemerkt er schmunzelnd, und wir beide beginnen befreit zu lachen.

Fünf Monate intensiver Bauzeit liegen nun hinter uns. Vor einem Jahr wussten wir noch nicht, dass wir jemals zusammen ein Haus bauen würden, heute sind wir dort angekommen und fühlen uns vom ersten Moment an wohl. Die Türen werden in fünf Tagen geliefert  und eingebaut, ein paar Steckdosen fehlen noch, am Dienstag schon soll das Wohnzimmerregal kommen und dann, wenn der letzte Schrank montiert ist, werde ich mich daran machen, die 42 Umzugskartons auszuräumen, die sich in den einzelnen Zimmern stapeln. Die Lampen, ja,  die werden natürlich auch noch zeitnah aufgehängt, verspricht mein Mann.

Das war's dann. Unser Hausprojekt ist abgeschlossen. Es war eine anstrengende Zeit. Anstrengend, aber schön. In diesem Sinne - Prost.

Mittwoch, 25. September 2013

Viele Hände schaffen ein schnelles Ende

Dass unser Haus nach nur fünf Monaten Bauzeit nun bald bezugsfertig ist, das hat nicht nur mit unserem Ehrgeiz und unserer gehörigen Portion "Wahnsinn" zu tun, sondern auch damit, dass wir während der Bauphase viele viele fleißige Helfer hatten, die uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind. Der Neffe meines Mannes und sein Kumpel waren fast jeden Tag auf der Baustelle und packten mit an, mein Vater hat sich um die Mauerwerke, den Garten und den Rasen gekümmert, die Brüder meines Mannes ihr Wissen miteingebracht und unsere Freunde sagten nie nein, wenn wir mal wieder jemand zum Schrauben, zur Montage, zum Möbelabbau oder zum Klaviertransport gebraucht haben. In diesen letzten Tagen unserer aktiven Hausbau-Phase werden die Akkuschrauber langsam knapp.

In nahezu jedem Raum wird gerade ein Schrank aufgebaut, der neue Wohnzimmertisch muss noch montiert werden und das eine Bett vom einen alten ins neue Haus umziehen und das andere Bett vom anderen alten Haus ins neue Haus. Denn das kommt erschwerend zur Bau-End- und Umzugsphase mit hinzu: Sowohl mein Mann als auch ich leben bis dato in zwei verschiedenen  Häusern. Unsere Möbel ziehen aus zwei komplett entgegen gesetzten Himmelsrichtungen an ihren neuen Bestimmungsort um.

Ohne unsere vielen Helfer hätten wir wahrscheinlich in den letzten Tagen dann doch  noch einen Nervenzusammenbruch bekommen. Zum Beispiel, als nicht sicher war, ob die große Eck-Couch das Wohnzimmer, in das sie einst durchs Fenster eingezogen war, durch die Tür wieder verlassen kann. Oder ob fünf starke Jungs reichen, das Klavier vom ersten Stock die Balkontreppe hinunter auf den Lastwagen zu hieven.

Viel Freizeit wurde geopfert, weil zwei Menschen Hilfe gebraucht haben. Dafür möchte ich allen ganz herzlich danke sagen. Allen, die Kuchen auf der Baustelle vorbei gebracht haben. Die mit Wurstsemmeln ausgeholfen haben. Die mit angepackt haben oder aufs Kind aufgepasst, wenn mal wieder Mama und Papa auf der Baustelle gefragt waren. Die wir Tag und Nacht nerven konnten mit unseren Fragen und Problemen, die unsere Baupläne studiert haben und uns den ein oder anderen wertvollen Tipp gegeben haben. Die einfach "und hopp" gerufen haben als man selber noch überlegte, ob man das Ding, das man transportieren will, eigentlich überhaupt in die Höhe heben kann.

Danke.

Mittwoch, 18. September 2013

Eine Küche zieht um


Drei Jahre ist meine Küche alt, als sie an ihrem aktuellen Standort ausgedient hat und ins neue Haus umziehen darf. Die Planungen dafür waren sehr intensiv, und ich erinnere mich noch gut an den Satz meines Mannes, als ich den ersten Entwurf für unseren Haus-Grundriss fertig hatte: "Du kannst doch kein Haus um eine Küche herum planen!"

Ich mag meine Küche, ich habe mir sie damals selbst als Geschenk zu meinem 30. Geburtstag "spendiert", es steckt viel Herzblut und viel Geld in all diesen Schränken und Schubladen, und als nach drei Jahren die Frage im Raum stand, ob es nicht doch sinnvoller sei, die Küche zu verkaufen und ins Haus eine neue zu bauen, habe ich mich vehement gegen diesen Vorschlag gewehrt. Denn genau die Küche, die ich hatte, sollte auch ins neue Haus kommen. Logischerweise habe ich das Haus um die Küche herum geplant. Vielleicht macht man das nicht so, ich hab's so gemacht.

Dem ersten Entsetzen meines Mannes konnte ich schlüssige Argumente entgegen bringen, und so ließ mich mein Mann weiter gewähren, den Grundriss fürs neue Eigenheim mit Leben, Raum und Sinn zu füllen. Irgendwann waren wir an dem Punkt angelangt, an dem die alte Küche dann doch zu klein war fürs neue Haus -  ein halber Meter mehr im Obergeschoß geht halt nur dann, wenn auch das Erdgeschoß mitwachsen darf.  Und so musste auch die Küche wachsen - und sie durfte wachsen. Schränke und Fronten waren zum Glück nach drei Jahren noch beim Hersteller erhältlich, und auch die Granit-Arbeitsplatte konnte erweitert werden. 4,70 Meter lang würde meine neue alte  Küche bald sein, Kochinsel und das Kühlschrank-Backofen-Apothekerschrank-Element nicht mitgerechnet. "Was machst du denn mit so einer riesen Küche?", höre ich seitdem von allen Seiten, doch ich bin mir sicher, dass es zu viel Platz in einer Küche nie geben kann.

Bleibt das Problem, dass das Möbelhaus, in dem wir die Küche gekauft haben, keine Küchen umbaut. Also hieß es nochmal Kontakte durchforsten und auf die Suche nach kompetenten Ansprechpartnern in Sachen Küchenumzug gehen. Fündig wurden wir beim Küchenstudio Meidl in Massing. Wohl auch, weil der Chef mit meinem Mann gerne mal Zeit beim Gleitschirmfliegen verbringt, war es hier kein Problem, eine drei Jahre alte Küche von einem Ort weg zu bauen und an einem neuen Ort wieder aufzubauen. Dass das Ganze allerdings an nur einem einzigen Tag passieren würde, hat mich schwer beeindruckt. Um eine Minute nach 17 Uhr schickte mir mein Mann das Foto einer fertig aufgebauten Küche. Ohne eingehängte Fronten zwar, aber ansonsten fertig aufgestellt, ausgerichtet und verschraubt. Das Aufräumen, das war dann allerdings wieder Frauenarbeit. 


Freitag, 13. September 2013

Stufen des Glücks

Mittlerweile rennt unsere Baustelle vor sich hin - jeden Tag passieren so viele Dinge, jeden Tag werden so viele kleine Schritte gemacht, dass ich mit dem Schreiben gar nicht hinterher komme. In jedem Raum ist mittlerweile Farbe angekommen, die Böden sind auch schon fast überall fertig und heute Morgen ist auch noch die provisorische Baustellentreppe ausgezogen. Viele Wochen hat sie uns treue Dienste geleistet, doch heute kommt endlich der Treppenbauer, um die finale Version einzubauen.
Schon von Anfang unserer Bauzeit an war uns klar, dass wir eine Treppe aus Holz in unserem Haus haben wollen, und zwar eine mit geschlossenen Stufen, damit sich möglichst wenig Lärm durchs Treppenhaus von einem aufs andere Stockwerk verteilen kann. Wir wollten keine Treppe von der Stange, sondern eine, die ganz unseren Vorstellungen und wünschen entspricht. Ich wollte, dass die Stufen relativ dankbar in Sachen "Verschmutzung" sind und trotzdem die Hausbewohner nicht von dunklem Holz erschlagen werden. So wurde unsere Treppe zweifarbig, mit Trittstufen in Taupé und dem Treppenkörper in Weiß.  Noch schützen kleine Pappkarton-Felder das Holz vor schmutzigen Handwerker-Schuhabdrücken, doch ich weiß jetzt schon: Mir gefällt's.