Sonntag, 21. September 2014

Unser neues Projekt hat neun Monate Lieferzeit

Fast ein Jahr leben wir nun schon in unserem Haus, als sich ein neues Projekt in unserem Leben ankündigt - ich bin schwanger. Wer in fünf Monaten Haus baut und auch sonst mit Rekordgeschwindigkeit durchs Leben saust, der muss sich erst langsam an den Gedanken gewöhnen, dass so ein Kind neun Monate Lieferzeit hat, egal wie sehr man drauf wartet oder nicht.

Die Entscheidung für ein Baby fiel bei uns ganz bewusst erst nach ein paar Monaten intensivem Pro und Contra. Wie fühlen wir uns im neuen Haus wohl, und ist hier überhaupt noch Platz für ein weiteres Kind? Immer wieder haben wir uns diese Fragen gestellt, immer mehr wuchs der Wunsch, von drei auf vier zu wachsen.

Seit heute wissen wir, dass wir eine Tochter bekommen werden. Sie wird das Haus, das wir im vergangenen Jahr gebaut haben, als ihre Heimat kennen lernen. Sie wird dort aufwachsen und im Garten mit ihrer großen Schwester spielen. Sie wird die kleinen Obstbäume, die gerade erst gepflanzt wurden, wohl erst als große Bäume wahrnehmen, wenn sie bereit ist, hier aktiv zu leben, haben wir uns schon lange richtig gut eingelebt. Unser Haus ist groß genug für ein weiteres Kind, das Gästezimmer, das nun ein Jahr lang an gut 340 von 365 Tagen leer stand, wird schon bald kein Gästezimmer mehr sein.

Nun betreten wir erneut Neuland. Den Bauplan für unser Kind, den macht der liebe Gott, und auch wenn wir ein wenig Einfluss darauf nehmen können, so ist das Ergebnis doch eine Überraschung. Mitte April 2015 wissen wir mehr.

Sonntag, 14. September 2014

Statt großem Urlaub lieber ne kleine Garage

Knapp ein Jahr war unsere Garage ein Carport, mit Folie vor Kälte und Sonnenstrahlen geschützt, ein schöner Anblick war das Ganze allerdings nicht, doch immerhin zweckdienlich, Autos und Fahrräder standen frost- und regensicher geschützt unter Dach.

Wer Haus baut und sich dem Ende nähert, der nähert sich meist auch dem Ende des finanziell Möglichen. Wir hätten die Garage 2013 nicht fertig machen können, es ging einfach nicht mehr, das Geld war aufgebraucht. Natürlich hätte man sich noch ein bisschen was von der Bank leihen können, den Kredit noch ein wenig ausdehnen, doch irgendwie setzte sich da neben der Vernunft auch noch der Dickkopf der Bauherrin durch, der da sagte: Lieber ein bisschen warten, dafür aber dann mit eigenem Geld.

So haben in Bayern gerade die Sommerferien begonnen, als wir unsere Arbeitshosen wieder aus dem Schrank räumen. Die zwei fleißigen  Helfer vom letzten Jahr - der Neffe meines Mannes und sein Kumpel -  werden flugs erneut engagiert, und schon sind wir wieder mittendrin in der Bauerei. Latten werden verschraubt und Dämmmaterial geordert. Wände füllen sich mit Holzweichfaser, Isolierung verschwindet hinter OSB-Platten. Wir nehmen Kontakt auf mit Helmut Mühlbauer, der vergangenes Jahr schon Fenster und Haustür geliefert hat, und ordern zwei Nebeneingangstüren für die Garage. Dann beginnt die Suche nach dem passenden Garagentor, auch hier werden wir dank Empfehlungen von Bekannten schnell bei Johann Bumeder (www.jb-concept.bayern) fündig. Auch den Maler  rufen wir wieder an, der unser Haus verputzt hat, wir machen einen Zeitplan, koordinieren die eigene Arbeitskraft und die der Handwerker und Helfer auf der Mini-Baustelle. Doch nun pressiert nichts mehr, wir haben Zeit. Während wir ein paar Tage Erholung in der Toskana genießen - mein bester Freund und Trauzeuge feiert dort seine Hochzeit - wird die Garage verputzt. Und nun ist auch außen alles fertig. Endlich.

Dienstag, 13. Mai 2014

Schnee im Mai

Wer dachte, den verregneten Mai 2013 könnte nichts toppen, der hat nicht mit dem Mai 2014 gerechnet. Ich bin ein Mai-Kind, und in meiner Erinnerung war an meinem Geburtstag immer schönstes Frühlings-, wenn nicht schon Sommerwetter. Wir spielten im Garten Völkerball bis in den Abend hinein, liefen kurzärmlig und barfuß herum und frieren musste man schon gleich gar nicht.

Heute ist der 13. Mai und es ist saukalt. Nicht nur dass es regnet, nein, es "schneeboaselt" sogar. So sagt man in Niederbayern gemeinhin, wenn aus Regen kleine Eisperlen werden, die dann zu Boden fallen und dort liegen bleiben. Ich kann diesem Wetter nichts abgewinnen, ich beschließe einfach, heute nicht nach draußen zu gehen und drinnen im Warmen auf den Frühling zu warten. Lange kann's ja dann hoffentlich nicht mehr dauern.

Samstag, 19. April 2014

Es geht eine Schaukel auf Reisen

"Wann zieht eigentlich meine Schaukel um?", fragt die Tochter eines Morgens völlig frustriert beim Frühstück. "Alle anderen Sachen haben wir mitgenommen, nur die Schaukel nicht. Aber ich brauche die. Wirklich.", jammert sie mit kläglicher Stimme.
Unsere Tochter ist sieben Jahre alt. Fälschlicherweise habe ich geglaubt, fünf Jahre des Rutschens und Kletterns und Schaukelns hätten sie der kindlichen Freuden überdrüssig gemacht. Das Gegenteil ist der Fall: Nun, da man fast ein halbes Jahr ohne Schaukel auskommen musste, wird sie mehr denn je vermisst.

Wir halten kurz Rücksprache mit unserem Experten in Sachen Bodenaufschüttung. Können wir es schon wagen, dort im Rasen eine Schaukel mittels Bodenankern zu befestigen? Immerhin, wir haben gut einen Meter Erdreich aufgeschüttet, ob sich das innerhalb dieser wenigen Monate schon soweit verfestigt hat, dass Bodenanker dort Halt finden? "Klar", sagt der Experte, "probiert es einfach aus". Im schlimmsten Falle wackelt die Schaukel beim ersten erwachsenen Probeschaukeln, und dann kann man immer noch Punktfundamente machen, auf denen das Ding verschraubt wird.

Nun habe ich in meinem ganzen Leben noch keine Schaukel umgezogen, dafür die Schaukel dereinst vor fünf Jahren allerdings aufgebaut. Und das war eine ganz schöne Schinderei. Das Ding nun komplett abzumontieren und am neuen Standort wieder aufzubauen, weckte in mir nicht gerade Eifer und Euphorie.

"Wir montieren da gar nix ab. Wir transportieren das Ding im Ganzen", sagt da mein Mann und organisiert auch gleich einen Anhänger, auf den die Schaukel samt Rutsche geladen werden kann. Ein freiwilliger Helfer ist auch gleich mit zur Stelle, und schon wird die Schaukel an dem  einen Ort abmontiert, aufgeladen und an ihrem neuen Standort angeliefert.   Die Variante mit den Bodenankern hält bombenfest, und am Ende des Tages haben wir nicht nur eine Schaukel im Garten, sondern eine Siebenjährige damit auch sehr glücklich gemacht.

Donnerstag, 3. April 2014

Der saubere Abschluss

Frühling! Endlich ist er da. Das Gras wächst wieder satt und grün, die Sonne lacht und strahlt wieder heller und am Morgen marschieren wir nicht mehr in völliger Dunkelheit in Richtung Schule.

Seit fünf Monaten wohnen wir nun in unserem neuen Haus, vor dem Winter haben wir noch schnell die Garagenzufahrt gepflastert, was sich im Nachhinein als sehr sinnvoll heraus gestellt hat. Dieser Winter war nämlich keiner von der "Schnee, Frost und klirrende Kälte"-Sorte, sondern einer von der "es regnet und regnet und regnet"-Sorte. Während die Baustelle einer Bekannten in der Winterruhe mehr oder weniger im Dreck versank, fuhren wir sauberen Autoreifens jeden Morgen aus unserem Carport in die Welt hinaus.  Wir konnten die Winterpause genießen - wir hatten sie aber auch dringend nötig. Um uns ein bisschen Erholung vom Baustress zu gönnen, fuhren wir nach Israel, die Schwester meines Mannes samt Familie zu besuchen. Während zuhause Minusgrade herrschten, badeten wir (genauer gesagt mein Mann und meine Tochter - für mich sind 20 Grad kein Argument) im Mittelmeer, aßen Falafel und ließen uns treiben von der wunderbare Betriebsamkeit Tel Avivs, eine Stadt, die mich vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen hat. Wir besuchten einen biblischen Zoo und spürten in Jerusalem der Geschichte der Weltreligionen nach.

Dann kam Weihnachten, Silvester, Fasching. Die Wochen vergingen, während wir uns in unserem Haus weiter einlebten. Da der erste Fleck an der Wand, da die erste Delle im Kinderzimmer - mit jedem Tag, den wir hier wohnen, fühlen wir uns mehr Zuhause. "Ich würde nichts anders machen", sage ich zu meinem Mann, als die Fastenzeit sich schön langsam ihrem Ende entgegen neigt. "Ich auch nicht", erwidert er.

"Ich würde schön langsam mal für einen sauberen Abschluss sorgen!", sagt mein Vater ein paar Tage später, als er von unserer Terrasse in den Garten blickt. Dort, wo der Rasen endet und das Haus beginnt, hat sich Unkraut breit gemacht. Eine Mähkante muss her, empfiehlt der Experte, zufälligerweise hat er gerade ein paar Steine zuhause rumliegen, die man dafür verwenden könnte. Klinker, wohlgemerkt.

Ich steh nicht auf Klinker, doch ich beuge mich der Mehrheit aus Ehemann und Vater. Ein bisschen Farbe, dieser warme Rotton der Steine, das könnte doch nicht schaden, bei uns ist eh alles so grau. Nun gut, dann also Klinker. Vier Monate ohne Baustelle waren aber auch viel zu lange.

Freitag, 20. Dezember 2013

Adventliche Glückseligkeit

Es geht langsam aber sicher auf Weihnachten zu. Der morgendliche Frost hat uns fest im Griff, und wir genießen die wohlige Wärme in unserem Holzhaus, das jetzt im Winter seine wahre Größe zeigen kann. Am Morgen, wenn die Kälte der Nacht die Natur draußen noch fest im Griff hat, sorgt unser großer Kaminofen für Behaglichkeit. Später, wenn die Wintersonne an Kraft zugelegt hat, dringt ihre Wärme durch die großen Fenster auf der Südseite des Hauses und beschert uns 24 Grad Raumtemperatur, ohne dass irgendwer den Regler der Heizung hätte betätigen müssen.

Als ich meine Tochter heute morgen zur Schule begleitet habe - mit dem Umzug ins neue Haus haben wir das große Glück, in wenigen Minuten zu Fuß dorthin marschieren zu können - hatte die Morgensonne ihre erste Strahlen gerade los geschickt. Es würde ein wunderschöner Wintertag - wenn auch ohne Schnee - werden. Auf dem Rückweg zücke ich mein Handy, ich muss unser Haus einfach fotografieren, ich bin so wahnsinnig stolz darauf.
Nun gut, die Garage, ja, das sieht wirklich nicht schön aus. Sie - die jetzt eigentlich erst ein Carport ist - haben wir derweil mit Folie mehr oder weniger winterfest gemacht. Ein paar Monate wollen wir durchatmen, bis wir dieses nächste große Projekt in Angriff nehmen. "Was hast du, es ist doch eh schon alles ziemlich perfekt", höre ich die Stimme in meinem Ohr, und ich mahne mich zur Geduld. Wer 2013 so viel Gas gegeben hat, darf schauen, dass es ihm 2014 nicht langweilig wird.

Samstag, 30. November 2013

Weiter geht's - die Garagenzufahrt

Knapp zwei Monate wohnen wir nun schon in unserem Haus, alle Lampen sind montiert, alle Schränke eingeräumt und das Leben geht seinen Lauf.  Eigentlich könnten wir jetzt die Ruhe genießen. Wenn da nicht die unfertige Zufahrt zu unserer Garage wäre. Die sehen wir jeden Tag, wenn wir aus der Garage, die ja streng genommen auch noch keine Garage, sondern nur ein Carport ist, raus und wieder rein fahren.

"Ich hätte am Wochenende Zeit", sagt der Freund und Trauzeuge meines Mannes, passenderweise Chef einer kleinen Tiefbaufirma, als wir kurz mal nachfragen, wie es denn momentan um die Pflasterlegekapazitäten bestellt ist. Kaum ist der Satz verhallt, stehen wir auch schon im Baustoffhandel und suchen Pflastersteine aus. Wenige Stunden später sitze ich am Rechner und durchforste das Internet nach Verlegetechniken. Der "römische Verband" hat es mir ganz besonders angetan. Drei Tage später rückt erneut der Bagger auf unserem Grundstück an.

Wir lassen nicht nur die Garagenzufahrt pflastern sondern auch gleich die Fläche vor unserer Haustüre. Außerdem wird die Straße auf der Nordseite des Hauses befestigt und mit Mineralbeton gut befahrbar gemacht. Es ist Ende November, doch noch ist der Boden frostfrei. Das müssen wir ausnützen, und so packen wir die nächsten beiden Wochenenden nocheinmal fleißig mit an. Einen Tag vor dem Geburtstag unserer Tochter ist auch diese kleine Baustelle wieder vollendet.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Mähzeit

Als während der Trocknungszeit unseres Estrichs im Haus tropische Temperaturen herrschten und wir zum innerhäusischen Nichtstun verdonnert waren, hatte die Bauherrin die wahnsinnige Idee, die Zeit zu nutzen und derweil den Garten anzulegen.

Wer meinen Blog verfolgt hat, weiß, dass ich mich mit meiner Idee durchgesetzt habe - das Wetter hat ebenfalls gut mitgespielt die letzten Wochen und so kommt es, dass wir, die wir gerade erst vor drei Tagen ins neue Haus eingezogen sind, nun schon zum ersten Mal Rasenmähen müssen.

Doch halt - natürlich mähen nicht WIR unseren Rasen. Das kommt gar nicht in Frage, sagt mein Vater, der Landschaftsgärtner. Erst ein paar Wochen sind die zarten Halme alt, da muss ein Fachmann ran, diese so zu kürzen, dass sie kein schwerwiegendes Trauma zurück behalten. Also packt mein Pa seinen alten Rasenmäher auf den Anhänger und kutschiert das schwere Gerät zu uns auf die Bauste.... nein, nicht auf die Baustelle! Zu unserem ... Haus! Mein Mann und ich stehen fasziniert auf unserer Terrasse und schauen dem eifrigen Gärtner beim Arbeiten zu. Das Gras ist kräftig grün, immerhin hat es die letzten Tage fast nur geregnet, das hat dem Rasen richtig gut getan. Mein Mann legt den Arm um mich und gibt mir zärtlich einen Kuss. "Weißt du", murmelt er, "ich hab dich ja für verrückt erklärt, als du mitten in einer Baustelle den Garten machen wolltest. Aber das war genau richtig", sagt er. Ich sage gar nichts. Manchmal muss man es einfach genießen, wenn man nachträglich dann doch noch recht kriegt.

Sonntag, 29. September 2013

Die erste Nacht im neuen Haus

Wir haben noch keine Türen und einige Möbelstücke fehlen auch noch. Doch heute ist sie gekommen: Die erste Nacht im neuen Haus.

Es ist kalt geworden die letzten Tage, der  Herbst hat Einzug gehalten ins Land. Zeit, unserem Kaminofen zu seinem ersten richtigen Einsatz zu verhelfen. Wir machen ein Feuerchen, legen uns auf Sitzsäcken vor die Glasscheibe, wo die Flammen langsam zu tanzen beginnen. Es ist gemütlich und warm, und es fühlt sich gut und richtig an. Die Küche samt Kühlschrank steht schon und der Champagner, der dort seit fünf Tagen auf seinen Einsatz wartet, wird jetzt endlich geöffnet. Mein Mann lässt den Korken knallen - und schon ist es passiert: eine champagnerkorkengroße Delle in unserer niegelnagelneuen, gerade montierten, zweimal grundierten und zweimal gestrichenen Zimmerdecke!

"Upsi", sagt mein Mann und schaut ein wenig ratlos, doch als er mein Lächeln sieht gehen auch bei ihm die Zeichen auf Entspannung: "Das spachtel ich morgen gleich wieder zu", bemerkt er schmunzelnd, und wir beide beginnen befreit zu lachen.

Fünf Monate intensiver Bauzeit liegen nun hinter uns. Vor einem Jahr wussten wir noch nicht, dass wir jemals zusammen ein Haus bauen würden, heute sind wir dort angekommen und fühlen uns vom ersten Moment an wohl. Die Türen werden in fünf Tagen geliefert  und eingebaut, ein paar Steckdosen fehlen noch, am Dienstag schon soll das Wohnzimmerregal kommen und dann, wenn der letzte Schrank montiert ist, werde ich mich daran machen, die 42 Umzugskartons auszuräumen, die sich in den einzelnen Zimmern stapeln. Die Lampen, ja,  die werden natürlich auch noch zeitnah aufgehängt, verspricht mein Mann.

Das war's dann. Unser Hausprojekt ist abgeschlossen. Es war eine anstrengende Zeit. Anstrengend, aber schön. In diesem Sinne - Prost.

Mittwoch, 25. September 2013

Viele Hände schaffen ein schnelles Ende

Dass unser Haus nach nur fünf Monaten Bauzeit nun bald bezugsfertig ist, das hat nicht nur mit unserem Ehrgeiz und unserer gehörigen Portion "Wahnsinn" zu tun, sondern auch damit, dass wir während der Bauphase viele viele fleißige Helfer hatten, die uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind. Der Neffe meines Mannes und sein Kumpel waren fast jeden Tag auf der Baustelle und packten mit an, mein Vater hat sich um die Mauerwerke, den Garten und den Rasen gekümmert, die Brüder meines Mannes ihr Wissen miteingebracht und unsere Freunde sagten nie nein, wenn wir mal wieder jemand zum Schrauben, zur Montage, zum Möbelabbau oder zum Klaviertransport gebraucht haben. In diesen letzten Tagen unserer aktiven Hausbau-Phase werden die Akkuschrauber langsam knapp.

In nahezu jedem Raum wird gerade ein Schrank aufgebaut, der neue Wohnzimmertisch muss noch montiert werden und das eine Bett vom einen alten ins neue Haus umziehen und das andere Bett vom anderen alten Haus ins neue Haus. Denn das kommt erschwerend zur Bau-End- und Umzugsphase mit hinzu: Sowohl mein Mann als auch ich leben bis dato in zwei verschiedenen  Häusern. Unsere Möbel ziehen aus zwei komplett entgegen gesetzten Himmelsrichtungen an ihren neuen Bestimmungsort um.

Ohne unsere vielen Helfer hätten wir wahrscheinlich in den letzten Tagen dann doch  noch einen Nervenzusammenbruch bekommen. Zum Beispiel, als nicht sicher war, ob die große Eck-Couch das Wohnzimmer, in das sie einst durchs Fenster eingezogen war, durch die Tür wieder verlassen kann. Oder ob fünf starke Jungs reichen, das Klavier vom ersten Stock die Balkontreppe hinunter auf den Lastwagen zu hieven.

Viel Freizeit wurde geopfert, weil zwei Menschen Hilfe gebraucht haben. Dafür möchte ich allen ganz herzlich danke sagen. Allen, die Kuchen auf der Baustelle vorbei gebracht haben. Die mit Wurstsemmeln ausgeholfen haben. Die mit angepackt haben oder aufs Kind aufgepasst, wenn mal wieder Mama und Papa auf der Baustelle gefragt waren. Die wir Tag und Nacht nerven konnten mit unseren Fragen und Problemen, die unsere Baupläne studiert haben und uns den ein oder anderen wertvollen Tipp gegeben haben. Die einfach "und hopp" gerufen haben als man selber noch überlegte, ob man das Ding, das man transportieren will, eigentlich überhaupt in die Höhe heben kann.

Danke.

Mittwoch, 18. September 2013

Eine Küche zieht um


Drei Jahre ist meine Küche alt, als sie an ihrem aktuellen Standort ausgedient hat und ins neue Haus umziehen darf. Die Planungen dafür waren sehr intensiv, und ich erinnere mich noch gut an den Satz meines Mannes, als ich den ersten Entwurf für unseren Haus-Grundriss fertig hatte: "Du kannst doch kein Haus um eine Küche herum planen!"

Ich mag meine Küche, ich habe mir sie damals selbst als Geschenk zu meinem 30. Geburtstag "spendiert", es steckt viel Herzblut und viel Geld in all diesen Schränken und Schubladen, und als nach drei Jahren die Frage im Raum stand, ob es nicht doch sinnvoller sei, die Küche zu verkaufen und ins Haus eine neue zu bauen, habe ich mich vehement gegen diesen Vorschlag gewehrt. Denn genau die Küche, die ich hatte, sollte auch ins neue Haus kommen. Logischerweise habe ich das Haus um die Küche herum geplant. Vielleicht macht man das nicht so, ich hab's so gemacht.

Dem ersten Entsetzen meines Mannes konnte ich schlüssige Argumente entgegen bringen, und so ließ mich mein Mann weiter gewähren, den Grundriss fürs neue Eigenheim mit Leben, Raum und Sinn zu füllen. Irgendwann waren wir an dem Punkt angelangt, an dem die alte Küche dann doch zu klein war fürs neue Haus -  ein halber Meter mehr im Obergeschoß geht halt nur dann, wenn auch das Erdgeschoß mitwachsen darf.  Und so musste auch die Küche wachsen - und sie durfte wachsen. Schränke und Fronten waren zum Glück nach drei Jahren noch beim Hersteller erhältlich, und auch die Granit-Arbeitsplatte konnte erweitert werden. 4,70 Meter lang würde meine neue alte  Küche bald sein, Kochinsel und das Kühlschrank-Backofen-Apothekerschrank-Element nicht mitgerechnet. "Was machst du denn mit so einer riesen Küche?", höre ich seitdem von allen Seiten, doch ich bin mir sicher, dass es zu viel Platz in einer Küche nie geben kann.

Bleibt das Problem, dass das Möbelhaus, in dem wir die Küche gekauft haben, keine Küchen umbaut. Also hieß es nochmal Kontakte durchforsten und auf die Suche nach kompetenten Ansprechpartnern in Sachen Küchenumzug gehen. Fündig wurden wir beim Küchenstudio Meidl in Massing. Wohl auch, weil der Chef mit meinem Mann gerne mal Zeit beim Gleitschirmfliegen verbringt, war es hier kein Problem, eine drei Jahre alte Küche von einem Ort weg zu bauen und an einem neuen Ort wieder aufzubauen. Dass das Ganze allerdings an nur einem einzigen Tag passieren würde, hat mich schwer beeindruckt. Um eine Minute nach 17 Uhr schickte mir mein Mann das Foto einer fertig aufgebauten Küche. Ohne eingehängte Fronten zwar, aber ansonsten fertig aufgestellt, ausgerichtet und verschraubt. Das Aufräumen, das war dann allerdings wieder Frauenarbeit. 


Freitag, 13. September 2013

Stufen des Glücks

Mittlerweile rennt unsere Baustelle vor sich hin - jeden Tag passieren so viele Dinge, jeden Tag werden so viele kleine Schritte gemacht, dass ich mit dem Schreiben gar nicht hinterher komme. In jedem Raum ist mittlerweile Farbe angekommen, die Böden sind auch schon fast überall fertig und heute Morgen ist auch noch die provisorische Baustellentreppe ausgezogen. Viele Wochen hat sie uns treue Dienste geleistet, doch heute kommt endlich der Treppenbauer, um die finale Version einzubauen.
Schon von Anfang unserer Bauzeit an war uns klar, dass wir eine Treppe aus Holz in unserem Haus haben wollen, und zwar eine mit geschlossenen Stufen, damit sich möglichst wenig Lärm durchs Treppenhaus von einem aufs andere Stockwerk verteilen kann. Wir wollten keine Treppe von der Stange, sondern eine, die ganz unseren Vorstellungen und wünschen entspricht. Ich wollte, dass die Stufen relativ dankbar in Sachen "Verschmutzung" sind und trotzdem die Hausbewohner nicht von dunklem Holz erschlagen werden. So wurde unsere Treppe zweifarbig, mit Trittstufen in Taupé und dem Treppenkörper in Weiß.  Noch schützen kleine Pappkarton-Felder das Holz vor schmutzigen Handwerker-Schuhabdrücken, doch ich weiß jetzt schon: Mir gefällt's.

Donnerstag, 12. September 2013

Baustellen-Pause: Heute wird erster Schultag gefeiert

Der Wecker klingelt heute morgen früher als sonst. Nicht, weil wir heute irgendeine wichtige Lieferung auf der Baustelle erwarten. Nicht weil ein Handwerker zu nachtschlafender Zeit um Einlass begehrt. Nein, heute ist Pause auf der Baustelle, denn unsere Tochter wird eingeschult.

Leider haben wir es zeitlich nicht geschafft, diesen Tag mit einem Morgen in unserem neuen Haus zu beginnen. Wir hinken rund zwei Wochen im Zeitplan hinterher, und haben es nicht geschafft, die Verzögerung reinzuarbeiten. Doch die Traurigkeit darüber hält sich in Grenzen, es überwiegt die Freude über diesen neuen, wichtigen Lebensabschnitt unserer "Großen".

Zum Frühstück reicht mir der Kaffee, ich bin zu nervös, meine Tochter hingegen scheint ihre Coolness gerade neu entdeckt zu haben. "Auf geht's, worauf warten wir?", fragt sie enthusiastisch, schwingt ihren Schulranzen auf die Schulter und schnappt sich ihre Schultüte. Noch schnell bringe ich die drei Schleifen, die die Tüte verschließen, ein bisschen in Form und bewundere noch einmal meine Bastelarbeit der letzten Wochen: Farblich auf den Schulranzen abgestimmt und auf Wunsch meiner Tochter habe ich eine Katzen-Tüte gebastelt. Meine erste Schultüte, die ich je gemacht habe, doch dank fertiger "Bausätze" ist das ein einigermaßen idiotensicheres Unterfangen.

Einer der wenigen klaren Gedanken dieses Vormittags - denn als meine Tochter in der Schule angekommen ist, die ABC-Schützen von der Rektorin begrüßt und in ihre Klassenzimmer geleitet werden, da beginnt der Kloß im Hals plötzlich ins Unermessliche zu wachsen, und schon kullern die ersten Tränen mein Gesicht hinunter.  Ich wollte nicht sentimental werden und nun bin ich es doch. Und ich erinnere mich an die Zeilen eines Liedes der schwedischen Pop-Gruppe ABBA, das ich schon so oft gehört habe - und jetzt erst nachfühlen kann, was es bedeutet. Das Lied heißt: "Slipping through my fingers" und das ist die erste Zeile daraus:

Schoolbag in hand, she leaves home in the early morning
Waving goodbye with an absent-minded smile
I watch her go with a surge of that well-known sadness
And I have to sit down for a while
The feeling that I'm losing her forever
And without really entering her world
I'm glad whenever I can share her laughter
That funny little girl

Slipping through my fingers all the time
I try to capture every minute
The feeling in it
Slipping through my fingers all the time
Do I really see what's in her mind
Each time I think I'm close to knowing
She keeps on growing
Slipping through my fingers all the time

Dienstag, 10. September 2013

Sekundenentscheidungen

Im Flur wird gerade die Grundierung auf die Rigipswände aufgetragen, in der Gästetoilette kann schon mit dem Streichen der Wände begonnen werden, der Bodenleger hämmert im Wohnzimmer auf Teufel komm raus vor sich hin und während ich gerade versuche, einen halbwegs geraden Pinselstrich in der Küche hin zu bekommen steht plötzlich der Fliesenleger vor mir: "Hell- oder dunkelgrau?", fragt er, und hält mir zwei Farbstreifen unter die Nase.



Ein Haus zu bauen heißt nicht nur, viel Herzblut und Energie in ein Projekt zu investieren, sondern auch, ziemlich viele Entscheidungen zu treffen. Am Anfang, da trifft man diese noch mit viel gedanklichem Freiraum, zuhause am Wohnzimmertisch, mit dem Plan auf dem Schoß und dem Traum vom Eigenheim im Kopf. Über Fassadenfarbe haben mein Mann und ich sehr lange diskutiert und gesprochen. Auch von unserem Blechdach haben wir uns ganz viele Muster schicken lassen, bis wir uns für eine Variante entschieden haben. Die Frage des Fliegenlegers nach der Farbe des Fugenmörtels für die Fliesen in  unserer Dusche entscheide ich spontan, binnen weniger Sekunden und ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, das mit meinem Mann erst besprechen zu müssen. Man wird schneller im Entscheiden, je mehr man entscheiden muss.

Donnerstag, 5. September 2013

Trocken oder nicht? Das ist hier die Frage

Eigentlich sollte heute der Fliesenleger mit seiner Arbeit beginnen. Doch es kommen Zweifel auf, ob die Wochen, die der Estrich zum Trocknen hatte, auch wirklich gereicht haben. Eigentlich ja, sagt der Blick auf den Bauherren-Kalender, die 28 Tage sind rum Doch der Fliesenleger will auf Nummer sicher gehen. Immerhin, Restfeuchte im Estrich ist kein Spaß, und will man, dass die dort verlegten Fliesen möglichst lange halten, sollte der Untergrund trocken sein.

Wir entscheiden uns dafür, vor dem Fliesenlegen die Restfeuchte im Boden zu ermitteln, und zwar mittels CM-Messmethode. Hierbei wird vom Boden ein bisschen Estrich abgekratzt, dieses Pulver wird mit Calciumcarbid in einer Stahlflasche mit Manometer vermischt und dadurch Azethylengas erzeugt. Aus dem Druckanstieg am Manometer und einer Eichtabelle wird der Feuchtigkeitsgehalt des Estrichs ermittelt. Die Vorgehensweise erinnert ein bisschen an die ersten Stunden im Chemieunterricht, als man noch Pülverchen zusammen mischen durfte ohne zu wissen, was genau dabei eigentlich passiert.  Viel Theorie, die uns am Ende zu folgendem Resultat bringt:  Der Estrich ist trocken genug. Der Fliesenleger kann los legen mit Fliesen legen.

Montag, 2. September 2013

Der Countdown läuft

Seit viereinhalb Monaten widmen wir unsere ganze Energie unserer Hausbaustelle. Das ehrgeizige Ziel, zum Schulanfang unserer Tochter hier einziehen zu können, werden wir nicht erreichen. Viele kleine Verzögerungen lassen uns ein paar Wochen im Zeitplan hinterher hinken. Mal kam der Installateur einen Tag später als geplant, dann der Estrichleger, viele Arbeiten dauerten länger als wir dachten.  Drinnen im Haus läuft die Fußbodenheizung auf Hochtouren,  der Estrich trocknet gerade,  man fühlt sich ein bisschen wie in der Sauna. An Arbeiten im Inneren ist nicht zu denken.  Plan B muss her. Plan B wie .... Terrasse, Garten, Rasen.

Es kommt selten vor, dass mir gleich zwei Männer den Vogel zeigen, heute war es der Fall. Zum einen mein Mann, der meine Aussage, wir könnten doch jetzt mit dem Garten beginnen, mit eben jener Geste quittiert hat. Zum anderen mein Vater, der ebenfalls keine andere Reaktion auf meinen Wunsch übrig hatte. Ich habe es ihnen nicht krum genommen - ich habe argumentiert. Im Hausinneren würde noch mehrere Tage die Heizung laufen, das Wetter ist aktuell ideal, es gibt für uns sonst gerade nichts zu tun. Warum also nicht einfach mal anfangen...?

Zuerst ist mein Mann eingeknickt, dann mein Vater. Auch wenn es der einen oder anderen Bauherren-Logik vielleicht nicht ganz zuträglich ist, einen Rasen anzusäen, wo doch noch nicht mal im Haus alles fertig ist, habe ich mich durchgesetzt.  Heute haben wir nicht nur die Terrasse fertig gemacht, sondern mein Vater hat auch noch im Garten die ersten Stauden für unsere Singvögel- und Schmetterlings-Naturhecke im Süden gesetzt sowie den Boden für die Rasenansaat vorbereitet. 

Donnerstag, 29. August 2013

Vier Monate Bauzeit - ein Zwischenbericht

Heute vor vier Monaten, am 29. April, rollten die Bagger auf unserem Grundstück an.  Zeit für einen kleinen Zwischenstand.


Wer ein Holzhaus baut, der hat einen nicht unerheblichen Zeitvorteil, einfach aufgrund der Tatsache, dass das Haus im Idealfall auf einen Tag steht und dicht ist. Bei uns hat das prima geklappt, die Firma Huber  (www.huber-holzbau.de) aus Falkenberg hat eine super Arbeit geleistet und der Chef, Michael Huber, uns vor, während und auch nach der Bauphase unterstützt. 
Wir haben den Zeitvorteil genutzt, und nachdem unser Haus Ende Mai aufgestellt wurde, so viel wie möglich selbst auf der Baustelle gearbeitet. Arbeitsreich war da vor allem der Monat August - und das merkt man am heutigen Tag.

Die Holz-Alu-Fenster mit Dreifachverglasung wurden geliefert und eingebaut vom Mann unseres Vertrauens, Helmut Mühlbauer aus Seemannshausen. Unser Haus ist außen verputzt, schaut also, wie es der Maler so nett formuliert hat, nun "nicht mehr aus wie eine Schuhschachtel". Im Garten wurden zig Lkw-Ladungen  Humus aufgeschüttet, um eine ebene Rasenfläche trotz Hanggrundstück zu ermöglichen. Dazu wurde im Süden eine Stützmauer mit L-Winkeln gebaut, prompt und trotz engem Terminkalender erledigt von der Firma Gefo-Bau aus Johanniskirchen (www.gefo-bau.de). Punktfundamente wurden gegossen an der Stelle, wo später einmal unsere Terrasse sein wird.



Und heute, am 29. August, geht es munter Vollgas weiter.
Wir haben unsere Fensterbänke bekommen, die uns Steinmetz Hubert Deieritz auf Wunsch und Maß gefertigt hat. Außerdem wurde unsere Haustüre eingebaut - ein weiterer, sehr feierlicher Moment auf der Baustelle. Mein Mann und unsere Helfer-Jungs haben zeitgleich mit dem Bau der Unterkonstruktion für unsere Terrasse begonnen.



An allen Ecken und Enden des Hauses wird gewerkelt. Wir sind im Endspurt!

Freitag, 23. August 2013

Wir laufen immer noch auf Baustrom?! Nein, ab heute nicht mehr

Im abendlichen Gucken diverser Hausbau- und Hausrenovierungs-Sendungen im Fernsehen bin ich Meister. Ich liebe es, zuzusehen, wie aus einer Bruchbude wieder ein schmuckes Häuschen wird. Ich mag es, wenn über Erfahrungen von Häuslebauern berichtet wird. Was schief geht, was gut geht, was man machen kann und was nicht. Just vor einigen Tagen ging es auf der Baustelle des Hausrettungs-Teams mal wieder richtig zu. Die Zeit war knapp, und man hatte alle Hände voll zu tun. Rundherum wuselten die Handwerker durch die Gegend, es surrte und hämmerte an allen Ecken und Enden, als der Ruf des Capo die Wände des Hauses zum Erzittern brachte: "Oh Gott, Tag 3 und wir laufen immer noch auf Baustrom!".

Baustrom, so habe ich es bis zu diesem Zeitpunkt empfunden, ist eine tolle Sache. So lange das Haus noch nicht ans Stromnetz angeschlossen ist, wird die Baustelle über eben jenen Baustrom mit Energie versorgt. Draußen steht ein Baustromkasten, aus dem ein laaaanges Kabel bis in den letzten Winkel der Hausbaustelle reicht. Abends wird er fleißig abgesperrt, damit niemand auf die Idee kommt, den Baustrom zu klauen.

"Wir laufen immer noch auf Baustrom" war für mich ergo keine große Sache, bis ich in eben jener Fernsehsendung verfolgen konnte, dass der Einzug des Sicherungskastens samt Panzersicherung doch so etwas wie ein weiterer Meilenstein beim Hausbau ist. Und deshalb hab ich mich auch gefreut wie Bolle, als eines Tages der Elektriker unseres Vertrauens samt einer riesigen.... nein, einer riiiiieeeeesigen Rolle grauer Kabel bei uns vor der - noch nicht vorhandenen - Türe stand.

Wir haben uns damals vor Baubeginn bewusst für ein kleines, örtliches Elektrounternehmen entschieden. Vater und Sohn, Gerd und Florian Probstmeier, für die, finde ich, darf man ruhig ein bisschen Werbung machen, denn egal wann wir ihre Nummer gewählt haben, immer waren sie da für uns, haben uns Tipps gegeben und sind mit uns in jedem Raum die geeigneten Stellen für Lichtschalter und Steckdosen durchgegangen. 

Nun waren sie gekommen, uns vom Baustrom zu erlösen. Am Ende des Tages prangte an der Wand unseres Technikraumes ein nigelnagelneuer Sicherungskasten, der auch gleich vom Fachmann ordentlich beschriftet worden war. Und ich konnte abends befreit ausrufen: "Hurra,wir laufen nicht mehr auf Baustrom". Leider hat das dann niemand gefilmt.

Montag, 19. August 2013

Stein auf Stein

Wer diesen Blog hier schon länger mitverfolgt, weiß vielleicht noch, dass wir für unser Hausprojekt ein Hanggrundstück gewählt haben. Zugleich aber wollten wir kein Hang-Haus bauen.  Die Bauherrin war also kreativ - darin, ihren Mann von den Vorteilen eines ebenen Rasens zu überzeugen, darin, das Haus bei den Planungen so aufs Grundstück zu stellen, dass man trotz Hang einigermaßen souverän von der Straße in die Garage fahren kann, darin, bei allen am Bau Beteiligten um Verständnis und Unterstützung für ein derartiges Vorhaben zu werben.

Wer ein Hanggrundstück einigermaßen gerade richten will, muss am oberen Hang Erdreich abtragen und am unteren Hang Erdreich aufschütten. Soviel zur Theorie. Doch beide Hänge müssen dann auch ordentlich abgestützt werden, will man nicht beim nächsten Regenschauer das halbe Grundstück vom Nachbarn in der Einfahrt liegen haben.

Bei uns soll im Norden unseres Grundstücks ein 3,50 Meter breiter Weg parallel am Haus vorbei führen, eine Spielstraße für die Kinder, eine Multifunktionsstraße, auf der Gäste parken können oder der Paketbote vor der Haustür. Die Mauer, die den Hang dort stützt, sehen wir jeden Tag, wenn wir das Haus verlassen. Sie soll also nicht nur funktionell, sondern auch schick sein.

Man kann das Internet nach Erfahrungswerten dazu durchforsten, in unserem Fall war der wichtigste Ratgeber in Sachen Mauer (und auch in vielen weiteren Dingen) mein Vater. Als Landschaftsgärtnermeister hat er schon hunderte Mauern gebaut - und er rät uns zu einer Mauer aus Natursteinen. Nichts, sagt er, ist stabiler und langlebiger - und schaut auch noch gut aus.

Gesagt, getan. Auf einer Länge von fast 40 Metern wird Stein auf Stein gesetzt, mehrere Tage Arbeit braucht es, doch dann ist das Werk vollendet.

Donnerstag, 8. August 2013

30 Grad im Schatten - und drinnen wird der Ofen gebaut

Als wir die ersten Pläne für unser neues Haus geschmiedet haben, war einer der ersten gemeinsamen Gedanken der vom lodernden Feuer eines Kamins, an dem wir uns an kühlen Tagen wärmen können. Wenn ein Paar sich mal von Anfang an in einer Sache so dermaßen einig ist, dann muss man das ausnutzen - und so haben wir uns, noch bevor auch noch eine Wand unseres  Hauses gebaut war, auf die Suche nach einem passenden Holzofen gemacht.
Eine Glasscheibe soll er haben, sagt die Frau. Zwei Glasscheiben, sagt der Mann. Denn der will den Ofen nicht vom Wohnzimmer aus befeuern, sondern vom Flur aus. Sein Argument: Im Flur werden Fliesen verlegt, und die nehmen es nicht so krum, wenn mal ein Fünkchen aus der Glut nach draußen fliegt. Der Holzboden im Wohnzimmer allerdings verzeiht so etwas nicht - und eine Glasabdeckung über dem Parkett vor dem Ofen, die wollen wir beide nicht.
Schlicht soll er sein, der Ofen, sagt die Frau. Verputzen, sagt der Mann, das kann ich selber. Kein Kachelofen soll es sein, auch kein Schwedenofen, und doch ein Hingucker sein, wenn man den Raum betritt.
Wer in Eggenfelden wohnt, der tut sich leicht auf der Suche nach einem Ofen, denn die Firma Brunner sitzt hier mitten am Ort und zeigt in ihrer Ausstellung, wie vielfältig Öfen eigentlich sein können. Beim Rundgang und anschließenden Blättern im Prospekt haben wir uns auch gleich verliebt - in einen Systemkamin, der dank Formteilen aus Wärmebeton in wenigen Stunden aufgebaut ist. Mit dem BSK 06 haben wir uns dabei für das größte Modell mit einer Nennwärmeleistung von 14 kW entschieden.  Und während es draußen 30 Grad im Schatten hat, wird bei uns fleißig am Ofen gebaut.